Die Reihe „Erster Weltkrieg im Fokus“ erscheint seit 2014 im LIT Verlag. Sie hat das Ziel, den Blick auf die lokalen und regionalen Auswirkungen des Ersten Weltkriegs zu richten: das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben in den Städten und Landgemeinden; die Kriegserfahrungen der „kleinen Leute“, die als Soldaten, Angehörige und Hinterbliebene ganz elementar vom Krieg betroffen waren; die lokalen Institutionen wie Stadt- und Gemeinderäte, Vereine, Verbände, Hilfskomitees und Kriegsausschüsse, die die materiellen Kosten und humanitären Opfer des Krieges aufzufangen versuchten; und speziell auch das Stadt-(Um)Land-Verhältnis, das sich in den Kriegsjahren grundlegend veränderte.

Bisher sind erschienen:

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Bd. 1: Philipp Siegert / Bérénice Zunino (Hrsg./Eds.), Den Krieg neu denken? / Penser la guerre autrement? 1914–1918: Kriegserfahrungen und Erinnerungskulturen / 1914–1918 : expériences de guerre et cultures mémorielles. Berlin 2016.

Dieser zweisprachige Sammelband enthält die Beiträge des deutsch-französischen Workshops „Den Krieg neu denken? Penser la guerre autrement ?“, der vom Institut français d‘histoire en Allemagne und dem historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt im Oktober 2014 veranstaltet wurde. Mit Blick auf methodologische und historiografische Fragen werden Forschungsergebnisse deutsch- und französischsprachiger Nachwuchswissenschaftler vorgestellt, die den Ersten Weltkrieg aus kultur-, erfahrungs- oder erinnerungsgeschichtlicher Perspektive erforschen. Somit wird eine Auswertung erprobter sowie neuerer Quellen und Forschungsgegenstände geboten – so z.B. Straßennamen oder Besucherbücher von Kriegsfriedhöfen – und ein Einblick in die verschiedenen nationalen historiografischen Traditionen gewährt.

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Bd. 2: Boris Slamka, Der Ernst der Stunde. Die Vereinigten Stadttheater in Frankfurt am Main 1914–1918. Berlin 2014.

„Das edle Theater in einer edlen Zeit“ – das forderten deutsche Theatermacher und Kommentatoren im August 1914, als mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs auch auf den Bühnen der „Ernst der Stunde“ ausgerufen wurde. Am Beispiel von Schauspiel und Oper in Frankfurt am Main untersucht Boris Slamka aus historischer Perspektive die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf eine großstädtische Bühneninstitution im Hinblick auf ihre wirtschaftliche und organisatorische Entwicklung wie auch in Bezug auf die künstlerisch-konzeptionelle Arbeit. Im Mittelpunkt stehen die ökonomischen Rahmenbedingungen, die politischen und gesellschaftlichen Dimensionen der Theaterarbeit sowie die Spielpläne der Frankfurter Stadttheater. Die Studie ist somit sowohl ein Beitrag zur Kulturgeschichte des Ersten Weltkriegs als auch zur Frankfurter Stadtgeschichte und zur Theatergeschichte des 20. Jahrhunderts.